Drucken

01 April

Niederzissener Chronik in der Zielgeraden

Im Jahre 1992 wurde in Niederzissen unter dem damaligen Ortsbürgermeister Klemens Jeub eine erste Gemeindechronik veröffentlicht. Als diese Druckversion 2016 restlos vergriffen war, beschlossen Ortsbürgermeister Rolf Hans und der Gemeinderat, eine Neuauflage zu erstellen. Mit Günter Nerger wurde ein engagierter Mitbürger gefunden, der bereit war, die redaktionellen Arbeiten zu übernehmen, die jetzt weitgehend abgeschlossen sind.

Die Ortsgemeinde sprach sich dafür aus, das damals schon digitalisierte alte Werk nicht total zu überarbeiten, sondern einen Teil II ab 1993 zu schaffen, der den Anschluss bis in die heutige Zeit herstellen sollte. „Bei der weiteren Arbeit stellte sich aber heraus, dass wegen neuer Erkenntnisse - insbesondere durch die Arbeit des Kultur- und Heimatvereins (KHV) - einige Berichtigungen der alten Texte zwingend notwendig waren“, erklärt Nerger. Dies betreffe in erster Linie das jüdische Leben in Niederzissen, zu dem der KHV inzwischen mehrere Bücher herausgebracht habe.

Folglich übernahm Nerger im Sommer 2017 die bereits von Udo Bürger, dem Verfasser der ersten Chronik aus 1992, begonnenen Aktualisierungsarbeiten unter dem Dach des KHV. „So ganz nebenbei musste dafür aber eine EDV-technische Hürde geknackt werden, um den Eingriff in das alte Werk zu ermöglichen. Das hat Zeit gekostet. Wir standen sogar kurz vor dem Abbruch des ganzen Vorhabens. Unter Zuhilfenahme einer darauf spezialisierten Agentur ging es aber weiter”, berichtet der Autor. Auch die Zwänge der neuen Datenschutzgrundverordnung seien zwischendurch gelöst worden und die Bescheinigungen aller Einreicher lägen jetzt vor.

Gleichzeitig wurden die Vereine aktiviert, ihren Beitrag für die Chronik zu liefern. „Das erwies sich als zeitraubender, zäher Prozess. Hierbei habe ich bei Bedarf in jeder Weise Hilfestellung geleistet. Andererseits: Durch die verschiedenen Autoren mit ihren unterschiedlichen Schreibweisen ist eine bunte Textmischung entstanden, die nach meiner Auffassung leicht und spannend zu lesen ist. Daher bin ich bei notwendigen Eingriffen in die Schriften sehr vorsichtig vorgegangen, um den Charakter der Beiträge zu erhalten”, so Nerger. „Nachdem vor ein paar Tagen tatsächlich der letzte Beitrag eingegangen ist, können wir jetzt durchstarten. Wir sind auf der Zielgeraden angekommen und wollen nun zum Schlussspurt ansetzen.”

Dass die Arbeit nicht immer leicht war, verrät Nerger in seinem Grußwort für die Chronik: „Vielen Dank sage ich allen Chronisten der Vereine und Gruppen für die gute und intensive Zusammenarbeit, den zuarbeitenden öffentlichen Stellen und dem geduldigen Ortsbürgermeister Rolf Hans. Er hat mich immer ermutigt, beim zähen Sammeln der Beiträge nicht zu verzagen. Hoffentlich werden Sie als geneigter Leser zum Ergebnis kommen: Was lange währt, wird endlich gut.“

Im Gemeindebüro übergab Nerger das umfangreiche Ergebnis seiner Arbeit jetzt an den Ortsbürgermeister. Der wird die Ausdrucke nunmehr dem Hallen- und Kulturausschuss vorlegen, um die Texte zu sichten, den weiteren Zeitablauf festzulegen und schließlich den Druckauftrag zu vergeben. „Spätestens vor Weihnachten wollen wir die neue Chronik der Bevölkerung präsentieren. Wenn wir schon im November oder gar Oktober fertig sein sollten – umso besser“, sagte der Gemeindechef.

Natürlich hat auch er ein Grußwort verfasst, in dem er die Arbeit des Autors hervorhebt: „Mein besonderer Dank gilt Günter Nerger. Er hat das ganze Material zusammengetragen, Korrektur gelesen und in Druckfassung gebracht. In zeitaufwendiger und umfangreicher Arbeit hat er die Grundlage für das Gelingen der neuen Chronik erbracht. Dafür gilt ihm meine große Anerkennung.”.

 

Bild: Günter Nerger (rechts) übergab die Texte für die Neuauflage der Niederzissener Gemeindechronik an Ortsbürgermeister Rolf Hans. In den Händen hält er die erste Erstausgabe von 1992.

Foto:  ©Hans-Willi Kempenich
Text:  ©Hans-Willi Kempenich

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 01. April 2020 19:11