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09 Oktober

Sitzung Gemeinderat 04.10.2021

Hochwasservorsorge steht in Niederzissen seit 2014 und 2015, als das Seifental nach Starkregen zweimal überschwemmt wurde, sehr hoch auf der Agenda. Nach der Katastrophe an der Ahr wird der Fokus jetzt noch stärker auf die Problematik gerichtet. Folglich nahmen die Mandatsträger das Thema auch in der jüngsten Ratssitzung wieder in den Blick.

Im Umlaufverfahren hatten sie zuvor schon beschlossen, sich einer Resolution der Ortsgemeinde Brohl-Lützing an Bund und Land anzuschließen. In der Eingabe fordern die Anliegergemeinden von Brohl- und Vinxtbach umfangreiche Schutzmaßnahmen gegen Überschwemmungen, die von den Kommunen alleine finanziell nicht zu realisieren sind. Einstimmig wurde beschlossen, im Haushalt des kommenden Jahres 80 000 Euro für Unterhaltungsmaßnahmen zur Starkregen- und Hochwasservorsorge einzustellen.

Ortsbürgermeister Rolf Hans hofft, dass auch die Jagdgenossenschaft – wie in den vergangenen Jahren – die Maßnahmen unterstützt. Zurzeit ist er dabei, Bachpaten anzuwerben, die ehrenamtlich die Bachläufe im Blick behalten und Gefahrenstellen melden sollen. „Bisher haben sich sechs Personen gemeldet“, gab der Ortschef bekannt.

Eine längere Diskussion gab´s über den Fahrzeugverkehr in der Kapellenstraße, die zunehmend von schweren Lkw benutzt wird. „Der Straßenbelag mit Verbundpflaster ist dafür aber überhaupt nicht geeignet“, stellte der Ortsbürgermeister fest. Die Ortsgemeinde schlägt daher vor, den Bereich zwischen den Einmündungen von Arweg und Mittelstraße für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen zu sperren. Eine Maßnahme, die von der Polizei mit Hinweis auf die nicht weniger problematischen Alternativen Horst- und Mittelstraße aber nicht mitgetragen wird. Einstimmig beschlossen die Mandatsträger, ans Land den Antrag auf Übernahme der Kapellenstraße als Landesstraße zu stellen. Ebenso einstimmig wurde der Beschluss gefasst, vor der Bausenberghalle Parkflächen mit einer zeitlichen Begrenzung von vier Stunden zwischen 7 und 19 Uhr auszuweisen.

Kapellenstrasse

Auch einer Änderung der eigenen Ausbaubeitragsatzung nach der Mustersatzung des Gemeinde- und Städtebundes stimmten die Gemeindevertreter zu. Demnach können nun auch gewerblich genutzte Grundstücke in den Genuss der Eckgrundstücksvergütung in Höhe von 50 Prozent kommen, was bisher ausgeschlossen war. Um den Papierverbrauch einzudämmen, können seit 2020 die Einladungen und Unterlagen für die Sitzungen auf Verbandsgemeindeebene über das Ratsinformationssystem oder über eine App von den Mandatsträgern abgerufen werden. Nach einer Abfrage von Ortsbürgermeister Rolf Hans wird künftig der überwiegende Teil des Niederzissener Gemeinderates von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.

Abschließend verkündete der Ortsbürgermeister eine Reihe von Informationen. Eine große Anerkennung für die Gemeinde und ihren Kultur- und Heimatverein sei es, dass die Genisa-Funde aus der ehemaligen Synagoge zurzeit in der Kolumba, dem Kunstmuseum des Erzbistums Köln, gezeigt werden. Am Dienstag, 2. November, 19.30 Uhr, informiert die Firma Westnetz in der Bausenberghalle über den Breitbandausbau in Niederzissen. Nach der Corona-Pause werden der Martinszug am 10. November und die Gedenkfeier am Volkstrauertag, 14. November, wieder stattfinden. Der Beginn der Ausbauarbeiten im Baugebiet „Bausenberg III“ verzögert sich, soll aber noch in diesem Monat erfolgen. Im Anschluss an die Sitzung verständigten sich die Entscheidungsträger darauf, am 27./28. November (Erstes Adventwochenende) wieder einen Nikolausmarkt zu veranstalten.

Eine ganz besondere Story hob sich Beigeordneter Ralf Doll für den Schluss der Sitzung auf: Sie begann am 8. Juli mit einem Einbruch in den Niederzissener Bauhof. Dabei wurden 12 Elektro- und Motorgeräte gestohlen. Doch die Täter unterschätzten die Findigkeit der Bauhof-Mitarbeiter. Diese durchforschten nämlich in den Tagen nach der Tat die Angebote eines Online-Händlers. Und siehe da, dort wurde die Diebesbeute angeboten und sauber mit Fotos präsentiert. Das sind doch unsere Maschinen, stand für das Bauhof-Team sofort fest. Der Rest ging schnell. Die Polizei wurde benachrichtigt und konnte den/die Täter in der Nähe von Köln tatsächlich ermitteln. Sieben Geräte wurden inzwischen an den Bauhof zurückgegeben, der Verbleib der übrigen ist noch ungeklärt.


Bild: Die in weiten Teilen mit Verbundpflaster ausgebaute Kapellenstraße wird zunehmend von Lkw befahren. Dafür ist der Belag nach Auffassung des Rates aber nicht geeignet.

Fotos:   ©Hans-Willi Kempenich
Text:     ©Hans-Willi Kempenich

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 13. Oktober 2021 09:10