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06 September

Sitzung Gemeinderat 30.08.2021

Da in der jüngsten Ratssitzung nur wenige Beschlüsse zu fassen waren und auch keine längeren Debatten aufkamen, nutzten die Niederzissener Gemeindevertreter die gewonnene Zeit zu einer gründlichen Bestandsaufnahme in Sachen Hochwasserschutz. Zweifellos hat die Katastrophe im Ahrtal das Thema jetzt auch im Brohltal wieder verstärkt in den Fokus gerückt.


Wenn auch die entstandenen Schäden nicht ansatzweise mit denen an der Ahr vergleichbar sind, waren auch Niederzissen und andere Brohltalgemeinden in den Jahren 2014 und 2015 zweimal von Starkregen und Überflutungen betroffen. Doch seitdem wurde in der Verbandsgemeinde Brohltal viel für den Hochwasserschutz getan. Die in den vergangenen Jahren getroffenen Maßnahmen erlebten ihre Bewährungsprobe, als jetzt das Unheil den nördlichen Teil des Ahrkreises heimsuchte. Denn auch im Brohltal fiel damals eine Menge Regen, sodass auch hier bange Blicke gen Himmel und in die ansteigenden Bachläufe gingen. Doch diesmal wurde die Region weitgehend verschont.


„Nach dem Starkregen vom 14. und 15. Juli haben wir die bislang errichteten Rückhaltebecken und Abschläge und natürlich die Bachläufe, von denen einige inzwischen renaturiert sind, kontrolliert. Erfreulicherweise haben alle unsere Anlagen funktioniert und das Oberflächenwasser gespeichert oder zielgerecht abgeleitet. Somit gab es keine Gefährdungen oder Schäden in unserer Gemeinde“, berichtete Ortsbürgermeister Rolf Hans.


Und dennoch seien bei der Überprüfung Schwachstellen aufgefallen, die weitere Schutzmaßnahmen erforderlich machen. Anfang August wurden daraufhin die Konsequenzen aus der Überprüfung erörtert. Teilnehmer an der Gesprächsrunde waren neben dem Ortsbürgermeister auch der Leiter der VG-Bauabteilung, Rainer Dommermuth, VG-Gewässerbeauftragter Michael Falckenberg, Bauhofleiter Markus Meid und Ortsbeigeordneter Ralf Doll.


Als der Ortschef jetzt dem Gemeinderat Bericht über die ermittelten Schwachstellen und die geplanten Schutzmaßnahmen erstattete, nannte er mehrfach den Wirrbach. Insgesamt listete Hans 17 Einzelprojekte auf – in der Mehrzahl kleinere, aber auch Größeres und Aufwendigeres. Manches kann vom Niederzissener Bauhof erledigt werden, für andere Arbeiten müssen Fremdfirmen herangezogen werden. Fest steht: Noch in diesem Jahr soll damit begonnen werden. „Der Wirrbach stellt ohne Zweifel die höchste Gefahr für Überschwemmungen dar. Die notwendige Renaturierung des Baches ist in der Wasserrahmenrichtlinie aber bereits enthalten. Darin sind mehrere Maßnahmen zur Renaturierung des Gewässers aufgeführt, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen“, so Rolf Hans.

Wirrbach

Das zweite Sorgenkind sei der Brohlbach, der als Gewässer 2. Ordnung im Zuständigkeitsbereich des Kreises liegt. Um hier aktuelle Mängel immer kurzfristig beheben zu können, wirbt die Gemeinde um Paten, die das Bachbett im Auge behalten und gegebenenfalls Meldung erstatten. „Drei Personen haben sich bereits gemeldet. Weitere Bürger, die eine Tätigkeit als Bachpaten ausüben und damit zu mehr Sicherheit beitragen wollen, sind herzlich willkommen“, sagte der Ortsbürgermeister. Für die Schutzmaßnahmen seien in den Haushalten 2022 und 2023 entsprechende Mittel einzustellen, ergänzte er.

Darüber hinaus haben sich inzwischen die Ortsbürgermeister der Brohlbach-Anliegergemeinden Niederdürenbach, Oberzissen, Niederzissen, Burgbrohl und Brohl-Lützing im Brohler Rathaus getroffen, um eine gemeinsame Resolution bezüglich der notwendigen Schutzmaßnahmen zu beschließen.

 

Bild: Zwischen Marktplatz und Mehrgenerationenplatz wurde der Wirrbach schon renaturiert. Doch in anderen Bereichen ist das meist kleine Gewässer bei Starkregen keinesfalls zu unterschätzen.


Fotos:   ©Hans-Willi Kempenich
Text:     ©Hans-Willi Kempenich

Zuletzt aktualisiert: Montag, 06. September 2021 12:47