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16 Juli

Verkehrsmessung

Wird in Niederzissen häufig zu schnell gefahren? Ja, sagt Ortsbürgermeister Rolf Hans. Er bezieht sich bei seiner Aussage auf die Ergebnisse von Verkehrsmessungen aus dem vergangenen und diesem Jahr. „In den Straßen im Ortskern haben wir ein hohes Verkehrsaufkommen, und die gemessenen Geschwindigkeiten sind alles andere als befriedigend“, erklärte der Ortschef, als er jetzt im Gemeinderat die ermittelten Daten erläuterte.

Das höchste Fahrzeugaufkommen wurde demnach erwartungsgemäß in der Brohltalstraße registriert. Von den täglich 8500 Fahrzeugen waren am Ortsausgang in Richtung Weiler 44 Prozent zu schnell unterwegs. Den traurigen Rekord stellte ein Fahrzeugführer dort mit 103 Stundenkilometern bei erlaubten 50 km/h auf. Auf dem Marktplatz waren sogar 91 Prozent aller Pkw zu schnell. Dort ist allerdings ein verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen, in dem eine Höchstgeschwindigkeit von 11 km/h gilt, die lediglich von 9 Prozent der Verkehrsteilnehmer eingehalten wurde. Fast deckungsgleich ist das Ergebnis aus dem Heubachtal, wo ebenfalls 11 km/h vorgegeben sind und in mehr als 90 Prozent der Messungen Überschreitungen festgestellt wurden.
Der 30er-Bereich im Arweg wurde von 64 Prozent der täglich 3100 registrierten Fahrzeuge ignoriert. Der Höchstwert lag hier bei 95 km/h. Dass die Ampeln in der Oberdorfstraße etwas bewirken, beweisen die Messergebnisse von dort. Bei einem Verkehrsaufkommen von täglich 3300 Fahrzeugen wurden „nur“ in 14 Prozent der Fälle Geschwindigkeitsüberschreitungen gemessen. Für eine enge Innerortsstraße ist der dortige Spitzenwert von 98 km/h allerdings geradezu erschreckend hoch.
Verkehrsmessung
„Die gravierendsten Geschwindigkeitsüberschreitungen gibt´s in der Brohltalstraße an beiden Ortseingängen“, sagte Hans. „Allerdings haben auf der Fahrbahn eingezeichnete Parkbuchten am unteren Ortseingang und die Fahrbahneinengung im oberen Bereich der Brohltalstraße zu einer Entspannung der Verkehrssituation geführt.“ Auch im Arweg im Bereich der Realschule habe eine solche Baumaßnahme eine Verbesserung gebracht. „Geparkte Fahrzeuge von Anwohnern bremsen in der Oberdorfstraße den aus Richtung Wehr kommenden Verkehrs ein. Das dort gestiegene Verkehrsaufkommen zeigt aber auch, dass die Einrichtung einer Ampelanlage das richtige Mittel war, um die Geschwindigkeiten zu reduzieren und einen geordneten Begegnungsverkehr zu gewährleisten.“
Bedauerlich findet der Ortsbürgermeister den Rückbau der Verkehrseinengung im Ortsteil Rodder, die auf Initiative des Landesbetriebes Mobilität erfolgt sei. „Wir von der Gemeinde haben dieses Mittel als geeignet angesehen.“
Voll des Lobes ist der Ortsbürgermeister über die Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Remagen: „Die funktioniert sehr gut. Mit Dienststellenleiter Ralf Schomisch sowie dem Vertrauensbeamten Klaus Krämer findet ein ständiger Austausch auf Augenhöhe statt. Auftretende Probleme werden regelmäßig besprochen.“ Grundsätzlich gebe es in Niederzissen ein hohes Verkehrsaufkommen, das durch den Ausbau des ÖPNV noch verstärkt wurde. Dies erfordere von jedem Verkehrsteilnehmer Verantwortungsgefühl und Rücksichtnahme. Und zu den Messergebnissen sagte der Ortschef noch etwas Grundsätzliches: „Bei allem muss man bedenken, dass 50 Prozent des Verkehrsaufkommens von Anliegern verursacht werden. Mein Appell an alle Bürger: Bitte haltet die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten ein. Und vielleicht lässt sich auch schon mal etwas zu Fuß erledigen.“

 

Bild: Wie hier in der Waldorfer Straße werden in Niederzissen regelmäßig die Geschwindigkeiten gemessen. In manchen Bereichen werden viele Tempoverstöße registriert.


Fotos:   ©Hans-Willi Kempenich
Text:     ©Hans-Willi Kempenich

Zuletzt aktualisiert: Freitag, 16. Juli 2021 14:00